5.8. HNO und MKG-Chirurgie (ORL)#
Höheres Anästhesierisiko va. bei Akuteingriffen, weil: Pathologie im Bereich der Atemwege mit Intubationshindernissen, behinderter Zugang zum Kopf während der OP, Blut/Sekret/Tamponade behindern Spontanatmung postoperativ, Husten unerwünscht, PONV häufiger, chron. verkühlte Kinder bei Adenoiden.
OP verschieben bei: purulentes Sekret, Fieber>38°, Affektion der tiefen Atemwege, Inappetenz.
PONV vermehrt bei: TE, InnenohrOP, N2O, Blutschlucken, Kinder!!! (Dexabene + Zofran)
- AT
Abtragung der Rachenmandeln mit Ringmesser; Vagusreiz evt. Vasokonstriktion (siehe Kinder)
- TE
Entfernung Tonsillen mit Schlinge und Blutstillung oder Laser; Nachblutung typisch < 24 h oder nach 6-8 Tage nach Ablösen des Schorfs (Lebensgefahr durch Verbluten und Aspiration), Seitenlage zur Extubation (siehe Kinder)
- UPP (Uvulopalatoplastik) bei OSAS
= OSAS mit oft Adipositas, Hyperkapnie, Intubationsproblemen, postop. Überwachung 24h
- Tympanoplastik
Ind. Chron. Entzündung bei Cholesteatom (Verschluß des Trommelfelldefektes, Gehörknöchelchenrekonstruktion) PE wandert ins Mittelohr ein = destruktiver Prozess.
KEIN Lachgas! (Überdruck im MO)
- SRP (Septorhinoplastik oder nur Septumplastik)
Nasengips und Abstopfung bei OP-Ende behindern Nasenatmung nach Extubation!
- Parotistumor mit chir. Nervenstimulator
zur Identifikation der Äste des N. facialis, daher kein Relaxans nach Intubation! Ev. + Neck diss.
Kompl: Vagusreiz mit Bradykardie, Pneumothorax oder Luftembolie!!!, Chylusfistel
- LM (Larynxmikroskopie) mit Jet-Ventilation (oder dünnem Tubus z.B. 5,5)
TIVA!!! Oft nur kurze OP zur PE!, oft schlechter AZ der Patienten.
Jet-Ventilation: high frequency 600/min (1,8bar)
5.8.1. Laser in der HNO#
Laserarten: CO₂ (Gaslaser, geringe Eindringtiefe), Neodym-YAG (Festkörperlaser, 5-10mm), ArgonLaser (Gaslaser), Helium-Laser (Gasl.)
= Elektronen eines geeigneten Materials werden auf ein höheres Energieniveau gehoben, beim Rückfall werden Photonen freigesetzt. (elektro-magnetische Wellen)
Vorteil: mm-genau, wenig Schwellung und Blutung, Koagulation kleiner Gefäße, Ng-YAG über Fiberoptik lenkbar;
Nachteil: HNO ist O₂ direkt beim Laser = Feuer! (Alkohol, Abdeckung, Kunststoff, Gewebe brennt!)
- Atemweg
Lasertubus, normaler Tubus mit Schutz, Jet-Ventilation mit Kleinasser Rohr
- Schutzmaßnahmen
Lasertubus oder Umwicklung, Waser oder NaCl in Spritzen bereithalten, Kochsalztupfer auf die Augen, wenn´s brennt Tubus raus!, PEEP 5-10 (verhindert Eindringen heißer Gase), FIO₂ ca. 30%, feuchte Tücher, Notfalltracheotomieset bereithalten.
5.8.2. Mund-Kiefer-Chirurgie#
Häufig schwierige Intubation! Bei komplexen Frakturen ev. Tracheotomie, Intubation in Tracheotomiebereitschaft. Kein Zugang zum Kopf während der OP (Tubusfix, Augenschutz), Schwellung der Weichteile im Gesicht behindern Atmung, Blut im Mund und Rachen
Aspirationsgefahr!
- Plattenepithelskarzinom des Mundboden/Zunge mit
Tracheotomie, Tumorresektion, Neckdissection, Radialislappen.
- Anästhesiologische Besonderheiten
Co-Morbiditäten (Rauchen und Alkohol!!! KHK, COPD), FIO-IT häufig, ZVK, Arterie, DK, PEG, Temperatursonde, TIVA oder Sevo ev. Sufentanil
Postop: IBS Observanz und Weaning, ev. Heparinperfusor für Anastomose