Der geriatische Patient

3.14. Der geriatische Patient#

Das Patientengut wird immer älter, mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit, reduzierter physiologischer Reserve und gestörter Homöostase.

  • Herz/Kreislauf: geringere Elastizität der Gefäße mit erhöhtem Afterload und erhöhtem systolischen Blutdruck; preloadabhängige diastolische Funktionsstörung durch Myokardhypertrophie und fibrose, Vitien, Erregungsbildungs- und leitungsstörungen (AVBlock, VHF), autonome Dysregulation mit vermindertem Barorezeptorenreflex und verminderter Betarezeptorenantwort.

  • Lunge: Verminderte Elastizität/Compliance mit erhöhter Atemarbeit, Atemmuskulaturschwäche mit vermindertem IRV und ERV, sowie vermindertem FEV1.

    Verminderte Atemregulation nach CO₂ und O2. Verminderte Sensibilität und Motorik der Pharynxmuskulatur mit erhöhtem Aspirationsrisiko.

  • Nervensystem: verminderte kognitive Leistung (Hirnatrophie, verminderter CBF und Neurotransmitter), verminderte Kraft und Koordination der Skelettmuskulatur durch Myelinschäden und verminderte motorische Innervation; autonome Reflexe (Orthostase, Temperaturregulation) sind vermindert, Parasympathikus und Barorezeptoren herabgesetzt, Sympathikus verstärkt.

  • Niere: verminderte GFR und Ausscheidung, oft Hypovolämie und Elektrolytstörungen (Vormedikamtente Diuretika! Relative Hypovolämie und Hypokaliämie!)

  • Leber: verminderte Syntheseleistung, verminderter Abbau von Medikamenten;

  • Oft Komorbidität, chronische Erkrankungen, Medikamenteninteraktionen bei Polypharmazie

Präevaluierung

kardial, pulmonal, renal und neurologisch! Leistungsfähigkeit ASA! (ADL Activitis of daily living), Minimal mental Status (Orientierung, Merkfähigkeit, Rechnen, Erinnern, Sprache), MET´s, NYHA, LEE-Index

Intraoperativ

langsam injizieren des Hypnotikums, Titrieren zum Erfolg; kurzwirsame und gut steuerbare Medikamente, Opioide dosisreduziert, Relaxantien cave Restrelaxierung mit Aspiration.