3.16. Interhospitale Transporte von Intensivpatienten#
Transport bedeutet für den Patienten Stress durch Lärm, Lagewechsel, Schmerzen, inkorrekte Respiratoreinstellung, unbeabsichtige Boli (Perfusoren), physikalisches Trauma am Transport.
- Beachte
Ausreichende Sedierung: müssen bei der Pflege Bolusgaben zusätzlich gegeben werden und wie hoch dosiert? Die Sedierung darf die Analgesie NICHT ersetzen! Zeichen von zu wenig Analgesie: Tachykardie, Tachypnoe, Hypertonie, Angst,… Bedenke Umlagerung mit Schmerzen und Vigilanzänderung!
Respiratoreinstellung: Oxygenierungs- oder Ventilationsstörung? Fragen an die Pflege: Form der Beatmung, Invasivität, Weaningprozess?, Einstellungen am Respirator, letzte BGA, Thoraxröntgen (Tubuslage, Thoraxdrainagen, Lage PAK, Markierungen der Zugänge vor der Abfahrt) Umstellung auf kontrollierte Beatmung bei tiefer Sedierung und Relaxierung.
Alarme am Respirator: Vordruck tief (Sauerstoffflasche leer oder nicht aufgedreht), Paw hoch (Patient presst, Tubus verlegt, Schlauch geknickt,…), Leckage (Diskonektion, aber auch PNEU!)
Immer Ambu-Beutel mitführen (Oxylog™ hört sofort zum arbeiten auf, wenn der Sauerstoff leer ist!)
Hämodynamik: Perfusoren nicht hochheben (Unfreiwilliger Katecholaminbolus/Ultivabolus), Monitoring mit EKG, Pulsoxy, RR (Arterie, NIBP)
Bülaudrainage beim spontan atmendem Patienten nicht klemmen!
Bei bekanntem schwierigen Atemweg immer Plan B zurechtlegen!
Bei Problemen immer zuerst den Patienten anschauen, dann die Maschine anschauen.