2.14. Awareness#
Tritt häufig erst nach 24-48 h auf, Patienten sagen oft nichts (Angst nicht ernst genommen zu werden), wir wollen es nicht hören, wir müssen strukturiert fragen. Ca. 0,8-1% ?
Fragen:
Was ist das Letzte woran sie sich vor dem Einschlafen noch erinnern?,
Was ist das Erste woran sie sich nach dem Erwachen erinnern?
Hatten sie irgendeine Wahrnehmung während des Eingriffs?
Haben sie etwas geträumt? Was war das Schlimmste an ihrem Eingriff?
- Risikoeingriff
Sectio, Traumaanästhesie, Herzeingriffe
- Risikopatienten
hatte schon Awareness, Benzo/Opiatabusus, Alkoholiker, ASA >3, Schwangere
- Risikofaktoren
kein oder zu wenig Propofol oder volatiles Anästhetikum (Hämodynamische Instabiliät, Equipment versagt, Vapor vergessen aufzudrehen,…)
EEG-basierte Narkosetiefemonitoring-Systeme versuchen, aus dem Roh-EEG einen numerischen Index für hypnotische Tiefe bzw. Awareness-Risiko abzuleiten. Die beiden klinisch etablierten Systeme sind BIS (Bispectral Index) und Entropy, die sich vor allem in Signalverarbeitung, Messgröße und Darstellung unterscheiden.
- Narkosetiefe-monitoring
BIS: multivariate bispektrale EEG-Analyse → Index 0–100
Narcotrend: Mustererkennung von EEG-Stadien (ähnlich Schlafstadien), Index 0–100
Entropie (GE): Berechnung der Unordnung/Irregularität (Entropie) des EEG-Frequenzspektrums Grundidee: Wachzustand → komplexes, unregelmäßiges EEG → hohe Entropie; tiefe Anästhesie → regelmäßigeres EEG → niedrige Entropie.
Zwei getrennte Indizes, Zielbereich 40-60:
State Entropy (SE): vorwiegend kortikale EEG-Aktivität
Response Entropy (RE): EEG + hochfrequente EMG-Aktivität
- Prävention
daran denken, genügend tiefe Narkose, wenn möglich nicht relaxieren, mit Benzo vorbereiten, BIS bei TIVA, MAC bei Volatilen.